Nützliche Informationen
Was sind invasive Neophyten?
Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die ursprünglich nicht bei uns heimisch sind und durch den Menschen – bewusst oder unbewusst – in die Schweiz gelangt sind. Viele dieser Pflanzen sind unproblematisch. Einige Arten breiten sich jedoch sehr stark aus und können einheimische Pflanzen verdrängen. Diese werden als invasive Neophyten bezeichnet.
Auch in unseren Familiengärten kommen solche Pflanzen vor. Einige invasive Arten dürfen in der Schweiz nicht mehr angepflanzt, vermehrt oder weitergegeben werden. Unabhängig davon ist es wichtig, problematische Pflanzen frühzeitig zu erkennen und ihre weitere Ausbreitung zu verhindern.
Besonders wichtig ist die richtige Entfernung und Entsorgung. Blüten, Samen sowie vermehrungsfähige Pflanzenteile sollten nicht auf dem normalen Gartenkompost entsorgt werden, wenn dadurch eine weitere Verbreitung möglich ist.
In unseren Gärten begegnen uns insbesondere folgende Arten:
Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)
Das Einjährige Berufkraut sollte möglichst früh und unbedingt vor der Samenbildung mitsamt der Wurzel ausgerissen werden. Pflanzen ohne Blüten oder Samen können entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgt werden. Blühende oder bereits samenbildende Pflanzen gehören in den Kehricht. Regelmässiges Mähen allein reicht nicht aus und kann dazu führen, dass die Pflanze erneut austreibt und länger bestehen bleibt.
Kanadische und Spätblühende Goldrute (Solidago canadensis / Solidago gigantea)
Goldruten breiten sich sowohl über Samen als auch über unterirdische Ausläufer aus. Die Pflanzen sollten deshalb möglichst vollständig mitsamt Wurzeln und Rhizomen entfernt werden. Ein blosses Abschneiden der Blüten verhindert die weitere Ausbreitung nicht dauerhaft. Vermehrungsfähige Pflanzenteile und Blütenstände sollten über den Kehricht entsorgt werden.
Weitere Neophytenarten
Sommerflieder / Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii)
Der Sommerflieder kann sich über seine zahlreichen Samen stark ausbreiten. Bestehende Pflanzen sollten entfernt beziehungsweise eine weitere Samenbildung konsequent verhindert werden. Verblühte Blütenstände sollten rechtzeitig abgeschnitten und über den Kehricht entsorgt werden.
Armenische Brombeere (Rubus armeniacus)
Die Armenische Brombeere wächst sehr kräftig und kann dichte Bestände bilden, welche einheimische Pflanzen verdrängen. Sie verbreitet sich sowohl über Samen als auch über ihre langen Triebe, die bei Bodenkontakt neue Wurzeln bilden können. Die Pflanze sollte möglichst vollständig ausgegraben und mitsamt Wurzeln entfernt werden. Da sie nach der Entfernung erneut austreiben kann, ist eine regelmässige Nachkontrolle notwendig. Vermehrungsfähige Pflanzenteile sollten nicht im Garten liegen gelassen oder kompostiert, sondern fachgerecht entsorgt werden.
Essigbaum (Rhus typhina)
Der Essigbaum breitet sich vor allem über seine Wurzeln stark aus und kann zahlreiche neue Triebe bilden. Dadurch entstehen schnell dichte Bestände, welche einheimische Pflanzen verdrängen können. Die Pflanze sollte möglichst vollständig mitsamt den Wurzeln entfernt werden. Ein blosses Fällen oder Abschneiden reicht nicht aus, da aus den verbleibenden Wurzeln neue Triebe entstehen können. Nach der Entfernung ist deshalb eine regelmässige Nachkontrolle notwendig. Wurzeln und andere vermehrungsfähige Pflanzenteile sollten nicht kompostiert, sondern über den Kehricht entsorgt werden.
Unser Tipp:
Kontrolliert eure Parzelle regelmässig auf invasive Pflanzen. Je früher diese erkannt und entfernt werden, desto einfacher lässt sich ihre weitere Ausbreitung verhindern. Bei Unsicherheit, um welche Pflanze es sich handelt, kann der Vorstand kontaktiert werden.